Prag 1

Mir ist aufgefallen, dass Persönliches hier auf meinem Blog ungefähr 1000 mal besser ankommt, als das Zeug, was ich cooler finde. Aus diesem Grund schreib ich hier mal über Prag, und was hier so passiert.


Prag
Tag 1

Heute Morgen musste ich sehr viel später aufstehen, als an jedem anderen Montag innerhalb der Schulzeit.
Das ist schon mal ein Pluspunkt.

Nach einer kurzen S-Bahn-fahrt und einigen Komplikationen mit Plänen und Karten, die vermutlich hilfreich sein sollten, offensichtlich allerdings äußerst verwirrend waren, kam ich am Abfahrtsort des Busses nach Prag an.
Alles in allem, war ich ungefähr rechtzeitig da.

Es gab ganz genau eine Möglichkeit des alleine Sitzens, und weil ich nur einen Rucksack (WAS? Einen RUCKSACK für FÜNF Tage??!) mit hatten und eine Tüte voller Essen von meiner Mutter (Kind, du gehst auf Klassenfahrt? Und du nimmst dir nichts zu essen mit?? Hier hast du nen Kuchen, ne Schüssel Reis und eine Melone) und natürlich einige „Kleinigkeiten“, die von meiner Oma gesponsert wurden (was? Meine Enkelin geht auf Klassenfahrt und bekommt NUR FRÜHSTÜCK im Hotel?? Du bist doch auch so schon so dünne! Hier hast du zwei Packungen Gummbären und drei Kilo Schokolade… für den kleinen Hunger!) konnte ich als eine der ersten in den Bus und bekam so die Möglichkeit allein zu sitzen.

Vor mir Menschen die ich mochte, hinter mir Menschen die ich nicht kannte, schräg vorne Menschen über die ich mich mit den Menschen die ich mochte lustig machen konnte und mit denen ich die verschiedenen Möglichkeiten ohne 325000 Make-Up-Werkzeuge zu überleben diskutierte.
Die Gruppe mit der ich reise war verstreut und verteilt im Bus, zwischen unbekannten. Das war der Hauptgrund, der einen Stetigen Gute Laune Ausbruch verhinderte und den Unmut der genervten eindämmte, sodass es keinen riesigen Streit zwischen guter und schlechter Laune gab.
Sehr gut!

Nach ewig langer Fahrt anfänglich durch platte Wiesen, später durch hügelige Landschaft, zuletzt durch Tunnel und über Berge und an Industriestädten vorbei, kamen wir in Prag an. Eigentlich ganz hübsch eine Mischung aus kleines England und niedliches Italien. Mit einem Hauch Spanien drin.

Dort angekommen folgte die Begrüßung einer Frau, die immer wieder Bitteschön sagte.
Die war okay. Prag war okay. Einer meiner Mitmenschen bezeichnete die Männer in Prag als „Holzfäller“, dem kann ich so nicht zustimmen. Im Grunde genommen sahen die Menschen aus, wie in Berlin. Die Sprache hört sich auch etwas wie spanisch an, die Schriftsprachen erzeugte bei mir leichte Assoziationen mit Russisch.

Der Fußmarsch zum Hostel war für einige der Supergau an Muskelkontraktionen, will heißen unerträglich anstrengend. Circa 2 Leute wurden getragen Circa 4 sind dabei umgekommen.

Das Hostel sah schön aus. Wir 3 scheiterten zwar zuerst am Fahrstuhl, aber nun ja, wers nicht im Kopf hat hatts in den Beinen, wir liefen in den siebten Stock.
Unser Zimmer war ganz schön, mit Blick auf einen typischen Plattenbau, wie es sie in jeder größeren Stadt gibt.

Nach kurzer Begeisterung über unser Zimmer, das Bad, die Fenster und den Seifenspender spielten wir Wizard, ein Kartenspiel.
Halb sechs traf sich die gesamte Klasse unten. Zuerst herrschte allgemeine Verwirrung, dann Unruhe, dann Aufbruchsstimmung. Und wir zogen los, Richtung innere Altstadt.

Auch diese ist sehr… alt und sehr… niedlich und trotzdem imposant.

Die Gruppe teilte sich wieder in Grüppchen und wir suchten nach etwas billigem zum Essen. Das war nicht so einfach wie gedacht. Zum Schluss aßen wir Pizza.
Ohne Belag, aus Gründen des Respekts vor Essen, dessen Preis sich im dreistelligen Bereich befindet.

Meine kleine Gruppe und ich fuhren wieder zurück, nachdem wir zu irgendeiner Bahnstation gefunden hatten. Mit etwas umsteigen und gruseligem Treppen-runter-fahren fanden wir den Rückweg.

Den angepriesenen Supermarkt, der irgendwo in der Nähe sein sollte fanden wir heute nicht mehr- Morgen machen wir uns dann auf die Suche.

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