Kreativität durch Routine

In den Ferien hab ich kein einziges Wort hier hinterlassen. Mal abgesehen von ein paar vorbereiteten Texten gabs circa sechs Wochen Funkstille.

Jetzt bin ich zwei Wochen wieder im zu Hause im Hamsterrad, so wie all die anderen Ratten.

Wir lassen uns zerquetschen,
haben zu wenig Raum im Leben.
von der Routine, in die wir immer wieder freiwillig zurückkehren.
Ich lasse mich vom Alltag erdrücken, gehe den Weg, der am einfachsten ist. Mit dem Strom, geradeaus, mit dem Strom hierhin, dorthin.
Ich vergesse, was mich die Freiheit gelehrt hat.
Niemand kann, was ich kann. Keiner kann, was alle können.
Deshalb muss ich tun, was ich für richtig halte, denn keiner hat mein Leben.
Niemand weiß, was ich bin.
mit dem Strom nach hause, immer mit dem Strom. Ich rutsche in die Lücken. Hierhin, dorthin, wo ich grade noch atmen kann.

Und natürlich kommt mit der Routine die Unwirklichkeit zurück. Immer häuiger werde ich wieder von Gefühlen der Sinnfreiheit, der freiheit und der Unendlichkeit, der Verbundenheit von allem überwältigt.
Ohne die Routine konnte ich auch sein ohne ständig zu denken und zu fühlen.

Mit diesen Gefühlen kommt die Kreativität zurück.

Ich dachte immer, etwas zu erschaffen, würde mir Spaß machen und ich würde es einfach so machen. Es stellt sich heraus, dass ich male, klebe, streiche, lackiere, spraye, zerfetze, tackere, fotografiere, schneide und filme, weil ich sonst von der Routine und der LANGEWEILE selbst zertackert und zerfetzt werde.

Also tackere ich die Langeweile an die Wand und klebe kleine Plastiktiere drauf.

Dabei wird mir eins klar.
Wenn ich glücklich werde, werde ich auch aufhören zu malen.

Das ist schade, aber ohne Druck kann man keinen ablassen.

Und ich hasse diesen Druck zwar,
aber wenn ich meine Wände ansehe
und all die Aliens zurückstarren,
oder ich mich genau erinnere, warum ich diese Sprayblume gemalt habe,

dann vermisse ich die Leidenschaft der Kreativität..

Ich werde euch alle verlassen.
sehr bald.
Ich werde euch alle vermissen.
jetzt schon.

Irgendwer. Der euch garnicht kennt, wird euch übermalen.
Eure Gesichter werden weiß, eure Geister werden an die Wände geklatscht.
Doch ihr werdet für immer in diesen Steinen bleiben.

Auch wenn ich meine Wände verliere, so habe ich wenigstens noch meine Worte.
Die Verzweiflung der Routine wird mir immer wieder neue Wortkombinationen schenken, um das Immergleiche hübsch einzukleiden.

 

~*Plus..

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