Sommernachtsentwicklung

Meine Großeltern wissen es schon lange, mein Vater lernte es auf die harte Tour, meine Mutter arrangiert sich gerade damit: Wenn ich nicht schreibe, bin ich beschäftigt. Und beschäftigt sein ist gut. Beschäftigt sein bedeutet keine Langeweile, keine Angst, keine spinnennetzklebrigen Gedanken. [schlüpfen,kriechen,fressen]


Entwicklung bedeutet sich ständig zu verändern. Und um sich selbst zu drehen. Solange, bis man sich am Ende selbst sieht und wie ein Bonbon vollständig ausgewickelt ist.
Man muss sich dabei nicht beeilen. Es geht von ganz allein vonstatten. Es ist Zeit.


Man findet immer ruhige Plätze.
Wie zum Beispiel einen Schulhof. Die Eltern kommen her, zum Gespräch und um den Elternsprecher zu wählen. Sie probieren immer dieselbe Tür. Sie ist immer verschlossen. Dann finden sie meist die richtige. Aber inzwischen hab ich nen Zettel an die verschlossene gemacht.

Da ist eine Allee vor mir, kleine Lindenbäume. Dieser Text „der Geruch der Lindenblüten“ wird immer wieder aufgerufen, ich glaube, es ist Spam, aber daran musste ich gerade denken. Sie sehen so jung aus und so erhaben. Und symmetrisch, aber sehr unterschiedlich. Vor mir ist ein Holztisch, etwas weiter weg, zwischen den Bäumen, ist einer aus Mosaiksteinen und ganz am Ende, weit weg, steht eine Tischtennisplatte. Zumindest sieht es von hier so aus. Die letzten beiden Bäume links und rechts der Allee lehnen sich an eine braune Häuserwand. So eine hab ich auch im Rücken. Hohe Fenster, rote Ziegel.
Rechts ging grade eine Lampe an. Es ist die gleiche, wie die vor dem Fenster meines Vaters, die er mal, verkleidet als der Weihnachtsmann, mit schwarz angesprayt hat, weil sie ihm zu hell war.
Die Blätter der kleinen Linden spielen Klavier. Ich kann es hören. Da ist der Wind, ihr Lehrmeister. Er brüllt „There is a dark Place, but Im not going there. DANCE! Dadadtada. da. Datadadadada.“ in meine Ohren. Vielleicht tanzen die Blätter auch. Oder sie werden einfach nur bewegt. Tom Rosenthal aka „der Wind“ fordert mich auf meine fear zu throwen. Das habe ich, Tom.

Das habe ich.

Und es war unangenehm. Denn, wenn du deine Fear throwst, umarmt sie dich zuerst nochmal. Das fühlt sich so an, als hättest du mehr Angst, als je zuvor. Doch tatsächlich verabschiedet sie sich nur. Mit nem Küsschen auf alle Backen und nem freundschaftlichen Doppelknuff in die Kehle und den Bauch. Mit tränenden Augen zieht sie von dannen.

Tja, und damit bin ich wieder an der Stelle angekommen, an der ich sage:

Meine Großeltern wissen es schon lange, mein Vater lernte es auf die harte Tour, meine Mutter lernt es gerade. Wenn ich nicht schreibe, bin ich beschäftigt. Und beschäftigt sein ist gut. Beschäftigt sein bedeutet keine Langeweile, keine Angst, keine spinnennetzklebrigen Gedanken.

Ende Juli und den ganzen August über war ich beschäftigt und habe Sachen gemacht, wie:
– In Alexanders Zelt schlafen
– Sport
– tanzen
– mich offenbaren
– meine Mitte verlieren und wiederfinden.
– ..mich auswickeln
– meine Fear throwen.

Ich habe die Zeit vorbeistreichen lassen. Und mich in ihr gebadet.
Es war still hier, bei Sonneplus. Aber ich staune, was bei mir alles abging. Warte, ich versuche es aufzuschreiben.

[Fortsetzung folgt. Gleich.]

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