16.07.2017, 19:08:42

Reaktionen

[Es geht darum, dass ich meiner Familie gesagt habe, dass ich mich über mehrere Jahre lang selbst verletzt habe.]

Die Lawine rollt.

Am Freitag reagierten meine Mutter, und meine kleine Schwester. Dann am Samstag meine Sippe in Weiterweg und heute mein Vater.
Noch auf der Liste: Mein/e Oma und Opa hier, und meine große Schwester.

Ich habe nicht das Gefühl, dass ich darüber schreiben müsste, tue es aber, weil dies ein wichtiger Entwicklungsschritt ist, den ich dokumentieren möchte.

Der Anfang war schwer.

Ich hatte buchstäblich das Gefühl, es nicht sagen zu können, physisch.
Als wäre mein Hals zu dick.

Und als ich dann doch sprach, sah ich mich eher von oben. Aus der ferne, nicht aus  meinen eigenen Augen in meinem Körper.

Mir ist, seit ich es sagte, schlecht. Nur so ein ganz kleines bisschen. Da ist dieses Gefühl.

Ich bin mir einfach nicht sicher, ob es das Richtige ist, was ich gerade tue.

//Blahbla es gibt keine richtig oder falsch//

Ich bin mir eben unsicher… Woher soll ich denn wissen was später kommt. Was das alles für Folgen hat. Was richte ich hier an?

Die besten Sätze:

Mama: Was glaubst du denn, dass du damit zerstörst? Dein Bild von mir. Die Illusion, zu wissen, was in dir vorgeht, habe ich ja schon vor Jahren verloren. … Warum hast du nicht früher etwas gesagt? Weil du Angst hattest, dass wir an dir herumdoktorn würden?
Ich: Ich habe es allein geschaft. Du hast nur insofern Schuld, als dass du Teil meiner Lebenssituation warst. Nicht als Einzelperson, nicht als meine Mutter. Du hättest nichts anders machen sollen. Mich in Ruhe zu lassen, war genau das Richtige.

kleineSchwester: Waruuumm? Du musst doch wissen, warum du das gemacht hast? Also ich mach sowas nicht. Zeig mal, ich will nochmal sehen. Klar ist es okay, wenn du das offen tragen willst. Das sieht aus wie ein Grindeloh! Eigentlich ist es ganz cool. Aber nicht nochmal machen!

Tante: Kannst du sagen, warum du es gemacht hast? Hast du es ganz allein geschaft aufzuhören? Wenn du das kannst, dann hast dus echt geschaft.

Papa: … hm. Also das sieht ja ganz schön martialisch aus, wie lange hat das denn so gedauert, bis das verheilt ist?
Ich: Also eins..So… zwei drei wochen bis es total zu war.

Alles in allem hatte Alexander recht. Menschen halten mehr aus, als man denkt. Als ich dachte. Auch ich vertrage mehr. Mein Vater verträgt definitiv mehr. Meine Mutter ebenfalls. Vor meiner großen Schwester habe ich noch Angst. Ich sehe sie demnächst auch nicht, also muss ich das am Telephon machen. Was ziemlich ungünstig ist, weil sie son Mensch ist, der gerne umarmt und weint, wenn etwas schlimmes passiert. Ich hoffe sie nimmts wie mein Vater. Und ich hoffe sie fragt nicht -Warum?, Warum hast du nichts gesagt?, Was war denn so schlimm?, Versprichst du mir, es nie wieder zu machen?

Ich hab immer darüber geredet, als wäre es vorbei.

Ich lüge immernoch. Woher soll ich denn wissen, ob ich es nicht nochmal mache!

Bitte sagt nicht, dass ich es nicht nochmal machen soll… Zieht mir nicht meine Grenzen. Ich möchte selbst entscheiden, was ich tue. Ich will Kontrolle. Über mich. Ich lasse mich auch gerne treiben, aber ich will aussteigen können. Ich will Wut und Liebe loslassen können. Aderlassen hat früher geholfen. Inzwischen ist da was kaputtgegangen. der Mechanismus ist nicht mehr so einfach. Es ist nicht mehr Schmerz+Blut → Zufriedenheit+Ruhe.
Jetzt habe ich das Chaos ohne Outlet…

Ich würde mich gerne übergeben. So fühl ich mich.

Morgen ist die Schule dran.

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