Über mein schreiben – negativ

Manchmal:

Ich habe zu viel- von allem. Und mein Geist will raus aus mir. Er will woanders wohnen. Es ist ein ungaublich starkes Verlangen. Ich drücke die Luft in meinem Hals zusammen. Aber ich darf nicht Schreien-man würde mich hören- In meinem Kopf schlägt mein Herz um sich. Ich kralle mir einen Stift, und … atme. Für die Suche nach Papier ist nicht mehr genug Zeit. Ich lasse all den Kopfdruck raus und er ergießt sich auf die Wände.
Früher waren sie mal weiß. Jetzt nicht mehr. Ich hatte nicht genug weiße Farbe um die Worte wieder zu überdecken und Platz für Neue zu schaffen, deshalb sind sie jetzt bunt. Tuschkastenbunt. Ich schrieb. Wirklich sehr viel. Auf den Boden. Auf Holz. Auf die Blätter des Ahorns, der sein Leben jeden Herbst in Kaskaden fallen lässt, und der es dem Schicksal überlässt, wann er wieder erweckt wird.
Auf Haut, auf meinen Körper. Auf Pappe.
Und natürlich auch ganz unspektakulär auf Papier. Wenn welches da war.
Und jetzt ganz neu im Sortiment: Auch im Internet!
Ich halte meine Gedanken, mich selbst, oft nicht in meinem Kopf aus. Ich bin oft nicht stark genug, um bei mir zu bleiben.
Ich kann die Stimmen nicht mehr hören, wenn ich sie eingefangen habe. Dann hört man mein Ich wieder unter dem Geschrei der anderen fiepsen.
Denn was ich niedergeschrieben habe, darf ich vergessen.

Ich muss mir nicht alles merken.

Dass es mich so befreit, alles in Worte zu sperren, fasziniert mich. Padantisch kreire ich Gefängnisse für mich selbst. Teile, die ich wegsperren will. Gefängnisse aus Linien.

Das alles hört sich sehr negativ an, finde ich. Das hat einen Grund. Wenn ich schreibe, brauche ich diesen Ausweg. Wenn ich nicht denke, muss ich nicht schreiben. Nichts festhalten. Ich kann loslassen. Und wenn ich diese Fähigkeit des Loslassens verliere, schreibe ich. Danach kann ich wieder vergessen. Deshalb schreibe ich meistes, wenn es mir nicht gut geht. Daher dieser gelangweilt-abgewerteter Unterton in manchen Texten. Texte, von Tagen, die einfach scheiße sind.

 

 

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