Schein-(Zweifel)->Sein

Manchmal stelle ich mir vor, mir würden schreckliche Dinge passieren. Mir selbst, oder Leuten, für die ich viel empfinde.

Wenn ich zum Beispiel schwanger wär. Wenn ich Krebs hätte. Oder generell einfach sehr krank wär. Oder wenn ich erfahren würde, dass meine ElternWeiterlesen »

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Kreisfragen∅

Ich habe darüber geredet… Es wird immer ein Problemgespräch.

Ritzen ist zwar nicht das Problem, aber es ist, wie sich das Problem äußert. Und die eigentliche Schwierigkeit ist es, es mit etwas gesellschaftlich anerkanntem zu substituieren.

Das- ist doch nicht richtig!
Das- das verändert doch den Grund nicht!
Der jetzige Stand der Evolution erklärt doch auch nicht den Beginn des Lebens!Weiterlesen »

unkontrolliert

Ich weiß nicht, worüber ich denke, aber es scheint mich sehr zu beschäftigen.

Meine Lehrerin meinte, wenn es zu viel wird, sollte ich mir Hilfe holen.
Krass, was das für einen Einfluss auf mich hat. Wenn jemand das sagt.

Ich meinte, es ist unkontrollierbar, aber dass das wäre okay. Sie meinte, wenn es irgendwann nicht mehr okay ist, könnte ich mit ihr oder mit einer anderen Lehrerin darüber reden.

Aber ich schaffe es noch nicht einmal drüber zu schreiben.
Und schreiben fällt mir a lot easier than to talk about it.

Es gibt Sachen über die man singen kann, aber nicht reden. Die man malen kann, aber nicht aussprechen.
Wär ich Sängerin, würde ich mich schwer tun mit Aftertalks auf Konzerten und wär ich eine farbliche Künstlerin, dann könnte ich keine Interviews geben.

Interessanterweise bin ich Beides.
Nur nicht berühmt, zum Glück.

Also muss ich mich nicht erklären!

Weißt du, nicht alles muss einen Sinn haben. Nicht alles hat eine Motivation, manche Sachen passieren einfach. Ohne, dass man sie erklären will… oder kann.

Neulich- Sonntag. Nach der Nacht, in der ich nicht geschlafen habe, war ich bei meiner Mutter und sie sagte, es wäre doch toll, wenn ich mit meinem Geschreibsel Geld verdienen könnte. Oft wäre es ja nicht der Inhalt, sondern die Art wie.

Ne. Also ja, klar! -Aber ne.

Geld verdienen mit etwas, was mit der Person zusammenhängt, hat nie nur was mit der Sache an sich zu tun, sondern immer auch mit dem Macher. Und das… ne.

Ich möchte bitte nicht berühmt sein. Ein Großteil der Dinge, die ich mache, bauen auf Anonymität. Ich möchte nicht mein Leben verändern, um Geld zu verdienen.

Also, wenn du Geld mit meinen Texten verdienen möchtest, dann darfst du deinen Namen darunter schreiben und mir das Geld geben. Nur erzähl dann keine Scheiße, wie du dich dabei gefühlt hast, als du das schriebst. So wie in diesem Film Big Eyes.

ein neues Nachher pt.B

Früher. Bei mir. Bei Mama, zuhause hab ich auf den Startschuss gewartet. Ich glaube er ist gefallen. Oder ich bin einfach so losgelaufen. Aber rennen tu ich auf jeden fall-.
Ich hab die Star-klappe geklaut, die immer die Kinder kriegen, die nicht mitmachen und sie selbst zusammengeschlagen.

Ich renne.

Mir ist kalt und ich weiß nicht, wo ich anhalten kann. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt etwas gegessen habe. Aber ich weiß, dass zuhause nichts mehr ist.
Es gibt kein zuhause mehr.
Es ist weg. Nein, nur verlegt. Ich bin zuhause. Ich schreibe. Ich paradoxiere.

Die besten Texte schreib ich, wenn es mir nicht gut geht.

Mir geht es nicht gut. Ich renne. Und habe nie gelernt, wie man tief Luft holt. Ich habe noch nicht gelernt, wann und wo ich mich ausruhen kann.
Ich habe nicht gelernt auf meinen Körper zu hören. Er verpasst mir juckende, schuppige Hände und Kniekehlen, um mir zu sagen, dass er nicht mehr kann. Mein Nacken tut weh, ich krieg Kopfschmerzen. Und Nasenbluten.
Aber es geht mir doch gut, oder?
Klar. Klar geht’s mir gut, ehrlich!

Ich habe eine Familie. Ich habe genug Geld. Ich habe Klamotten. Ich habe ein Gesicht, dass ich dazu bringen kann ansehnlich auszusehen. Ich habe einen Kopf, dem Gedanken entspringen können.

Mir geht es gut. Mir geht es gut. Muss ja. Oder?

so viele – einzelne – Problemuniversen

Mittwochnacht:

Ich sage mir, ich muss diese Gedanken aufschreiben, die hab ich nie wieder.

Aber es ist so viel, so ungeordnet. Ich muss so viel entscheiden. Es ist gar nicht so viel, du lügst! aber so unsortiert. Ich sollte aufhören zu lügen. Das war doch schonmal weniger. Ich bin wirkliche kein ordentlicher Mensch, aber es ist alles so… es ist so durcheinander. Die Dinge, die ich tun muss stehen in keiner Beziehung zueinander. Sie sind alle wichtig und alle in komplett unterschiedlichen Universen.
In jedem gelten andere Regeln und ich muss mich überall anders verhalten.
Alle verlangen ein anderes ich.

Ich sage mir, schreib doch darüber! Vielleicht rückt sich dann alles zurecht.

Aber dafür ist doch keine Zeit! Ich muss doch noch mindestens zwei Kliniken anrufen und entscheiden, wo ich am Donnerstag um 17 Uhr bin und meiner Schwester beistehen und einkaufen und die Abstände dazwischen überwältigen soll ich mein Fahrrad mitnehmen? und ich muss doch immer wieder zwischendurch atmen, sonst bin ich später nicht entspannt genug für die Fahrschule und außerdem will ich mich nicht stressen lassen, von so einfachen Sachen. Und Hausaufgaben. Vor Donnerstag. Und den Text fertig machen. Vor Donnerstag. Und noch was…- irgendwas mit Herz-… für die Schule schreiben. Ich brauche diese eins auf dem Zeugnis. Aber erstmal Donnerstag. Nein, erstmal morgen… Mittwoch?

Und vielleicht sollte ich mal anfangen die Wahrheit zu erzählen.
Aber…. ich …. aber..
Ich habe Angst.

Ich traue mich nicht. Ich bin nicht mutig genug zu sagen, …
Sie würden mich nicht verstoßen.
Sie würden mir aber auch nicht glauben, dass ich es allein geschafft habe.
Sie würden versuchen, mir zu helfen, das würde einen Rückfall begünstigen.

Am einfachsten wäre es, sie würden mit einem -ich weiß?! Das war doch offensichtlich- antworten.

 

Aber das werden sie nicht.

Sie wissen es nicht, ich bin zu gut im Lügen. Seit drei Jahren.

Ich will meine Mutter nicht zum Weinen bringen. Nicht meinen Vater. Nicht meine Schwestern. nein,

ich habe keine Rechtfertigung. Ich habe keinen Grund. Ich habe nur Angst und Unsicherheit und zu viel in meinem Kopf.
Ein Wunder, dass ich nicht wieder anfange. Doch das werde ich nicht!

Ich werde nicht wieder anfangen.
Schreien und Blutfarbe an die Wand spladdern und boxen und reißen und beißen. Das ist okay.

Aber nicht

ritzen.

VERDAMMT SPRICH ES AUS!

 

Ich muss das mit jemandem Durchsprechen, aber alle die davon wissen- kann ich nicht damit belasten. Es ist alles so unwichtig. Alles so unnötig. Alles son Kleinscheiß. Überschattet von diesen Linien.
Und ich will Käfer nicht noch mehr aufbürden, als er sowieso schon trägt.

Das ist der falsche Ansatz, oder? Menschen, die einem wichtig sind, schützen zu wollen, indem man ihnen nicht von den eigenen Problemen erzählt… Indem man sie belügt.

Ich muss das mit jemandem durchsprechen.
Wenn ich Zeit habe.

[Beine] rasieren

Als ich anfing mich als Mädchen zu fühlen, und nicht mehr als Kind, begann ich unter anderem auch damit, mir die Haare an den Beinen, teilweise an den Füßen, zu entfernen.

Ich wusste nicht so richtig, wie ich meine Mutter nach Utensilien fragen sollte, also benutzte ich zuerst heimlich ihre Klingen. Dann traute ich mich irgendwann einmal in eine Drogerie und kaufte mir selbst welche.
Dit war vielleicht ne Überwindung!
Zu der Zeit ungefähr kaufte ich mir auch klebrige Glitzerpampe für die Lippen, und zusammengepresstes Pulver für die Augenlider. Wässriges Schwarz für die Wimpern.
Sprich:Schminke.Weiterlesen »

Einhundert + Tagebuchschreiben

Beiträge.

Hundert davon hab ich publiziert. Viele mehr geschrieben. Einige liegen so weit zurück, dass es seltsam wäre sie jetzt noch zu veröffentlichen. Sie liegen in der Vergangenheit und müssen da bleiben, weil sie es nicht in die Chronologie geschafft haben.
Es ist wichtig, die Worte zeitnäher aufzuschreiben und zeitnah loszulassen.

Das habe ich gelernt.

Wenn ich die ersten lese, fallen mir unter den ganzen Schreibfehlern noch die Facetten eines anderen Ichs auf. Ich bin der Meinung, dass ich mich seit Jahren nicht geändert habe, ziehe ich jedoch die Worte von früher zur Rate, so fällt mir auf, dass ich die große Schwester für dieses Mädl sein muss. Dass sie wohl an mich geschrieben hat.

Und das lässt sich auch von diesem Blog abkoppeln. In meinem Tagebuch, dass ich mit elf geschrieben habe, werde ich von mir angeschrien, dass ich ihr gefälligst helfen soll, dass sie hofft, dass ich nie wieder verliebt bin- und ich kann von meiner Position aus nur schmunzeln. Und wenn ich dreißig würde, würde sie über mich schmunzeln.

Ha! Das nanntest du Liebe?
Das waren deine Probleme? PFF!
So beschränkt warst du?

Ich hoffe, Punkt drei ändert sich nie.
Und ich hoffe, dass zwei irgendwann verschwindet.

~*Plus