Einhundert + Tagebuchschreiben

Beiträge.

Hundert davon hab ich publiziert. Viele mehr geschrieben. Einige liegen so weit zurück, dass es seltsam wäre sie jetzt noch zu veröffentlichen. Sie liegen in der Vergangenheit und müssen da bleiben, weil sie es nicht in die Chronologie geschafft haben.
Es ist wichtig, die Worte zeitnäher aufzuschreiben und zeitnah loszulassen.

Das habe ich gelernt.

Wenn ich die ersten lese, fallen mir unter den ganzen Schreibfehlern noch die Facetten eines anderen Ichs auf. Ich bin der Meinung, dass ich mich seit Jahren nicht geändert habe, ziehe ich jedoch die Worte von früher zur Rate, so fällt mir auf, dass ich die große Schwester für dieses Mädl sein muss. Dass sie wohl an mich geschrieben hat.

Und das lässt sich auch von diesem Blog abkoppeln. In meinem Tagebuch, dass ich mit elf geschrieben habe, werde ich von mir angeschrien, dass ich ihr gefälligst helfen soll, dass sie hofft, dass ich nie wieder verliebt bin- und ich kann von meiner Position aus nur schmunzeln. Und wenn ich dreißig würde, würde sie über mich schmunzeln.

Ha! Das nanntest du Liebe?
Das waren deine Probleme? PFF!
So beschränkt warst du?

Ich hoffe, Punkt drei ändert sich nie.
Und ich hoffe, dass zwei irgendwann verschwindet.

~*Plus

~*Wer sind ich*~

Kürzlich fragte ich einen Menschen wer er ist, wenn keiner Erwartungen an ihn stellt.
Wenn also keine Person eine Vorstellung von ihm hat. Sein Verhalten nicht speziell vorhergesehen, oder erwünscht wird.

Er meinte, er wäre niemand. Er würde auch nicht gerichtet denken. Es würde sich denken.

Er wäre immer nur, was andere erwarten. Folglich ist er nichts, wenn niemand sagt, wer er ist.

Er ist witzig, philosophisch, treu, wechselhaft, oder Wald.
Je nach Umgebung.
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Stille

Schon wieder ersticke ich in Stille.
Meine Kreativität wird erstickt.
Meine Gedanken lassen sich nicht greifen.

Ich komme um vor Stille.
Ich komme um.

 

Und es tut mir ein bisschen Leid, dass dieser Ort mich so einnimmt,
und ich so viele Worte darüber verlieren muss.

Weil ich meine Worte lieber ganz woanders verlieren würde.
Und das ist das Ding. Das Top-Thema gerade. Macht überall Schlagzeilen. Alle kleinen Gedankenredakteure machen sich Notizen.

Woanders.Weiterlesen »

immer das gleiche

Ich schreibe immer über das gleiche.
Immer wieder.

Auch das hier hab ich schon öfter geschrieben.

Meine Schwester meinte, das wäre ja nicht schlimm. Solange ich das Gefühl hätte darüber schreiben zu müssen, sollte ich schreiben..

Ja. Okay. Macht Sinn.

Trotzdem. Das ist doch langweilig!

Dreht sich alles immer um das gleiche.

Glück,
Liebe,
Schönheit,
Gedanken,
Zuhause,
Ich

So langsam kann ich Stalker verstehen. Sie machen jemanden anderes zum Mittelpunkt ihres Lebens. Vielleicht sind sie von sich selbst gelangweilt.

Ich bins jedenfalls.

Körperwirt

Mein Fenster steht immer offen.

Ich mag Wind, im Zimmer.
Kalt ist besser, als stickig.
Und Wind im Zimmer, ist wichtig.

Weil ich im Dach wohne, ist es sowieso nie warm. Ganz gut so.

Nur ist da ein Unterschied zwischen kalt und frisch. Frische Luft muss nicht kalt sein, meine ich. Aber wenn es keine andere gibt, ist sie mir so lieber, als garnicht.
Eigentlich bin ich nen Sommerkind. Garnicht der Typ für kalt, dachte ich.

Dann, als ich neulich zwei Stunden auf den Zug wartete (mit meinem Fahrrad in der Uckermark).
Merkte ich, irgendwann, dass ich fror.
Und, dass ich das mochte.
Mir war zu kalt und mein Körper hatte etwas dagegen, sich auf die Metallbank zu kringeln und einfach abzutreten.

Frieren ist schön.

Ich fühle den Widerstand vom Fleisch. Zittern ist sehr interessant. Am Anfang kann mans noch unterdrücken, dann irgendwann hört man gar nicht mehr auf.

Dann steh ich da wie bescheuert.Und vibriere.

Aus irgendeinem Grund, will mein Körper nicht, was ich will. Er hat fast schon einen eigenen Kopf. Er will essen und ich will kotzen. Ich will stundenlang auf dem Fußboden sitzen und malen, er kriegt davon hummeln im Hintern. Er hat keinen Bock mehr auf schwitzen, wärend ich alles von ihm verlange. Seine Muskeln schreien, ich mache die Augen zu und atme einfach.

Mein Körper ist mein Sklave. Oder ist er eine sie?

Da ist ein Danke angebracht.
Danke, dass du trotz allem noch nicht angefangen hast Zellen mutieren zu lassen, oder mir sonst irgendwie den Weg zu verbauen. Und dass du mir trotzdem gehorchst, auch wenn ich mit dir so viel Scheiße angestellt hab.

Meine Güte, noch nichtmal viele Pickel hattest du.
Nichtmal fett wirst du, von dürr garnicht zu reden.

 

Wirklich,
du bist ein ausnehmbar genügsamer Wirt.

Ich bleibe leider ein überaus garstiger Gast.

 

~*Plus

 

kleines Silvester

Letztes Jahr war ich zu Silvester mitten drin im Geballer. und in den Farbexplosionen.
Ich war schaukeln, im Mauerpark.
laut, bunt, unberechenbar.

Dieses Jahr war das alles etwas anders. Das Riesengeballer bestand aus circa sieben Raketen, die vom ganzen Dorf abgefeuert und bejubelt wurden. Wegen Nebel hat man nur das dumpfe Explodieren der Neujahrsfreude aus den umliegenden Dörfern vernommen, und nichts gesehen.
Heute morgen nachmittag, nach dem aufstehen haben wir auf der Dorfstraße noch ein Partyindiz gefunden.

Ein Konfetto.

Ich will-Weltliebe

Seit ich Tagsüber mehr schlafe möchte ich nicht mehr aufwachen.

Ich will einfach dort bleiben.
Im Dämmerlicht.
Nur unterschwellig an die Realität erinnert werden.

Einfach für immer zwischen den Menschen sein, die ich vermisse und
einfach für immer unter den riesigen Blättern des Urwalds
tanzen.

 

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Ich will – bis ich sterbe – so oft staunen wie ich kann und nichts zweimal sehen.

Nur was mich nicht verlässt, wer mich nicht verlässt.
Was und Wen ich willentlich nicht verlasse.
Dies. Will ich immer vor Augen haben. Und in !ewigem Glück. wissen.

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Ich will, dass ich Liebe für jeden Augenblick spüre.

-Liebe in jedem Augenblick von mirauf die Welt absondern.

Ich will alles, was mein Auge erblickt, was meine Haut spürt.
Alles, was ich einsauge und ausspeie.
Alles will ich lieben.
Was mein Trommelfell in Schwingung versetzt soll auch mich beschwingen.
Ich will alles lieben.

Und ich will, dass alles mich liebt.
Ich will dieses Gefühl atmen, so INTENSIV wie ich es nur im Schlaf kann.

Ich will für immer schlafen.
Ewigkeit ohne Konsequenzen.

Notitz.

Ich habe mir ein Bett gebaut.
Der, in dessen Haus ich jetzt wohne, am Rande der Stadt, hat beim Sägen geholfen. Und beim Schrauben.

Er ist gerade sehr traurig.
Er ist alkoholabhängig.
Und er ist rückfällig geworden.
Über Weihnachten.

wenn man ihm zu nahe kommt, riecht man Kotze und das Gift.