Blogging Kurs: Worte klauen

Wenn du aufhörst zu wünschen, dass alles ewig währt, hörst du auf zu Leiden wenn es vergeht.

Alasky Young, John Green

Mit einem Zitat den Blick einfangen. Das ist die heutige Aufgabe und bisher die schwierigste, finde ich.
Nach ungefähr einer halbe Stunde des Zitate suchens geb ichs jetzt auf und nehme das, was mir immer im Kopf herumspukt, wenn ich an Lieblingszitate denke.

Ich weiß nicht, was Alaska mit ihren Worten sagen wollte, welches Leiden sie meinte- vermutlich das, von dem sie immer sprach, das allumfassende endlose Leiden.
Ihr Labyrinth.
Ich weiß nur, was ich früher in diesem Zitat gesehen habe und was ich jetzt sehe.

Eine Welle der Empfindungen schwappte über mich herein und ich fühlte ich mich, als wäre ich bis zum Rand mit Wahrheit abgefüllt.
Dieses Mädchen in diesem Buch hatte mir eine Lösung gegeben. Sie hatte das gesagt, was ich seit Monaten suchte.
Endlich Wahrheit, endlich einen Weg raus!
Einen Weg, der mehr war als eine Bloße Richtung.
Und es war so klar. So fugenlos passend und einleuchtend.
Ich musste aufhören an allem was jetzt gut war festzuhalten. Ich musste endlich aufhören Angst zu haben. Davor, dass ich in der Zukunft nie wieder so fühlen würde. Ich musste aufhören zu wünschen, dass ich für immer hier, so sein würde. Sonst würde ich letzendlich mein Leben mit der Angst vor dem Tod verbringen. Jetzt lebe ich.

Aufhören zu wünschen, heißt aufhören zu hoffen, und ohne Hoffnung sind wir im Jetzt. Morgen wird wertlos.

Ständig bereiten wir uns auf später vor, ständig tun wir Dinge, die uns später mal helfen sollen, ohne dass es ein später gibt. Im Moment gibts kein später.

Es kommt, wie es kommt. Meistens jedenfalls. Und ganz oft anders, als man denkt.

Wenn man aufhört, sich ständig auf alles Vorzubereiten, lebt man irgendwann nur noch im jetzt und vielleicht ein bisschen in der Vergangenheit.
Wenn man aufhört zu erwarten und zu planen, beginnt man .Ja. zu Dingen zu sagen.
Man gibt sich dem, was man im Moment macht, vollkommen hin.
Denn das jetzt ist im Moment und für immer das wichtigste.

Wenn.

Interessant ist nämlich eigentlich, dass man all das zwar wissen kann, aber Wissen einem in diesem Fall absolut gar nichts bringt.
Ich weiß, dass ich glücklicher wäre, wenn mir mein Jetzt wichtig wäre.
Ich weiß, dass ich diesen Moment nie wieder zurück bekomme.
Ich weiß das alles.

Trotzdem, erstmal muss ich für meine Zukunft arbeiten. Dann mach ich mir nen Kopf um philosophischen Krimskrams.

~Es ändert nichts~

Den Weg zum Glücklich-sein zu kennen, macht einen nicht glücklich.
Man muss ihn auch gehen.

Entschuldigung, dass ich jetzt nochmal mit der Realitätskeule draufschlage, aber wenn ich immer im Jetzt leben würde und mir Pipi Langstrumpf als größtes Vorbild nähme, säße ich jetzt vermutlich im Knast.
Einen gewalttätigen, Menschen der nur im Jetzt lebt würde man Verbrecher nennen?
Einen friedliebenden Jetzt-leber weise?

Man kann nicht ausnahmslos im Jetzt leben.
Meine Freiheit begrenzt deine, begrenzt meine. Und zusätzlich drückt unsere Gesellschaft auch nochmal ordentlich drauf.
Also fang klein an. Tu was du kannst, um Erwartungen fallen zu lassen und lass dich überraschen..

~*Plus

PS: Das war schwer.
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Bloggingkurs. How to: Pilze sammeln

day4

Use one of the images above as the creative spark for today’s post!

Ich schreibe über das oberste linkeste.

Früher, als ich noch in die Grundschule ging, von meiner Oma das Zehn-Finger-Schreibsystem und von meinem Opa Englisch lernte, fuhren wir auch manchmal am Wochenende zusammen an einen See, und sammelten dort Pilze.
Es war schön, draußen zwischen diesen speziellen Waldgerüchen rumzustampfen und nach und nach ziemlich normal für mich.

Inzwischen hat sich mein Horizont etwas erweitert und mir ist klar, dass nicht jeder Mensch, besonders zu dieser Zeit, jemals Pilze gesammelt hat.
Klar, einerseits ist es ziemlich stumpf durch einen Wald zu laufen, mit einem Messer und einem Korb und kleine komische Gewächse auf dem Boden abzusägen und später in einer Pfanne zu einem schleimigen Brei anzurühren, aber es hat was meditatives. Und außerdem ist es witzig.
Also, so geht Pilze sammeln:

Man fährt in einen Wald in der Umgebung, wenn möglich sollte es vor kurzem geregnet haben und eventuell irgendwann im Herbst sein. Ungefähr dann, wenn es nasslauwarm ist, aber noch nicht gefroren hat und man sich vorstellen kann, dass Schimmel seine beste Zeit im Jahr hat.
Schimmel ist ja auch nur ein Pilz.
Man fährt also, wenn möglich, mit einer Gruppe in den Wald, stattet einander mit geflochtenen Körben und kleinen Messern, Gummistiefeln und eventuell Pilzbestimmungsbüchern aus und verteilt sich.
Dann richten alle ihren Blick auf den moosigen Boden und gucken an den unmöglichsten Stellen nach den begehrten Gewächsen. (unter Blättern, in Baumstümpfen, unter Laubhaufen, in der Erde vergraben- verhaltet euch wie Wildschweine, und wühlt einfach alles um, dann findet ihr schon was!)
Nach kürzester Zeit wird irgendwer schreien ICH HAB EINEN! Daraufhin rennt alles in des schreienden Richtung um seinen Fund zu begutachten, und eventuell fachmännische Kommentare abzugeben, wie -Ah, da hat schon ein Reh dran gefressen- oder -den können wir nicht essen, guck doch mal, der hat Lamellen!-
Meistens findet man wirklich Pilze, die dann nicht essbar sind. (Wenn überhaupt) Abgesehen davon, entdeckt man natürlich noch allerhand Waldzubehör, was keine Pilze und auch nicht annähernd so appetitlich ist. Zum Beispiel halbtote Vogelbabys, unidentifizierbare Knochen (bestimmt MENSCHENKNOCHEN!!), riesige Schädel, Zähne, Federn, coole Stöcker…

Viel Glück!

~*Plus

PS: Je jünger man ist, desto cooleres Zeug findet man.

 

 

Blogging Kurs: Mach ne Liste

Ich mag keine Listen. Auch wenn sie das vielleicht garnicht wollen, priorisieren und ordnen sie alles.
Und Ordnung ist nicht gerade mein Spezialgebiet, deshalb komme ich mit Listen nicht zurecht. Ich mag sie nicht, und sie mögen mich nicht.
aus Prinzip.
Ich find die ungeordnete Anordnung von unterschiedlichen Aspekten keines festen Themas um einen willkürlichen Punkt cool.

Aber gut, Challenges sollen ja herausfordern…

„Today, let’s write a list.“ Weiterlesen »

Blogging Kurs: Tägliche Inspiration

(Immer mal wieder guck ich in den Englischsprachigen Teil von WordPress. Da ich mich noch nicht wirklich mit den Dynamiken und Funktionen von dieser Umgebung auskenne, bin ich immer wieder überascht, was es da für cooles Zeug gibt.)

„Today, tell us: why do you write?“

Ich hab das zwar schon beantwortet, aber vielleicht kann ich es in neue Worten fassen.

Ich habe, seit ich es konnte, geschrieben(mit schrecklichr Rechtschreibung, und Zeichensetztung),
zuerst weil ich sollte,
dann weil ich musste
und dann hab ich jede Gelegenheit dazu genutzt,
weil ich es wollte.
In Diktaten war ich unglaublich schlecht. Wenn wir in Klassenarbeiten eine Geschichte schreiben sollten (höchstens 200 Wörter) dann bildeten sich in meinem Kopf blumigste und ausgeklügelste Gedanken a la „Ein Mädchen wohnt in einem Pferd und hat aber auch eins geheiratet und dann kommt ein Mann mit einem Mantel und will sie berauben und dann springt sie auf ihr Pferd (aber die sind gleichberechtigt) und dann springt das aus dem Fenster und fliegt zum Mars.“

Dieses Geschichten erfinden hat natürlich auch auf mündlicher Basis stattgefunden, und dann war nicht ich es, die schrieb, sondern meine Oma, bis heute dokumentiert sie die Ideen von mir und meinen Schwestern.

Damit wären wir bei meiner Familie, die mich in meinen Fantastereien immer unterstützt hat.

Alles in allem glaube ich, dass jedes Kind Geschichten erfindet und manche schreiben sie auf, andere malen und manche behalten sie im Kopf oder vergessen sie ganz. Ich habe sie auch nur teilweise aufgeschrieben, denn nach gewisser Zeit wurde mir mit nur einer Geschichte schnell langweilig und ich hab eine andere angefangen.
Auch jetzt fällt es mir schwer, an einem Thema dran zu bleiben, deshalb ist mein Blog so undurchsichtig und ziellos, aber das passt ja eigentlich zu mir.

Den Blog hab ich trotzdem erst vor einem Jahr angefangen. Warum?
Weil es nicht nur Geschichten aufzuschreiben gab, sondern auch meine Geschichte.
Die ist eigentlich nicht so krass, aber jeden Menschen beschäftigt seine Geschichte, seine Vergangenheit und manchmal belastet sie auch.
Und um nicht alles in mich hineinzufressen (ich esse während ich schreibe trotzdem ständig Schokolade) hab ich es eben rausgelassen und zusätzlich zum Farbe-auf-Dinge-machen und Sachen-totalbescheuert-zusammenzufügen (mithilfe von VIEL Klebeband) ging das eben auch mithilfe von Worten.

Also kam ich nach einer langen Zeit des nur-wegen-der-Schule-schreibens wieder zurück auf meine heißgelieten Binde-Striche, die hochheiligen Neologismen und endlose Buchstabengebilde.

Und sie haben mich aufgenommen und festgehalten und beschützt und das tun sie verdammt nochmal auch jetzt noch.

Wenn ich nichts mehr habe, hab ich noch meine Sprache und mein Wissen.

~*Plus