Rastlosigkeit

Ich bin losgefahren, was gut war. Meine erste Nacht habe ich an einem wunderbaren Ort verbracht, was sehr gut war. Dann bin ich weiter gefahren, wurde weiter weggebracht.

Der Gedanke, dass ich weiter kommen muss, ist noch so in meinem Kopf eingraviert, dass ich die ersten zwei Wochen kaum stehen bleiben will.

Ich bin in Touristenmetropolen, fahre mit Yogagurus, die Anwälte waren über Autobahnen und denke.

Ich denke wirklich viel. Schließlich habe ich jetzt keine Möglichkeit der Ablenkung mehr.

Hauptsächlich Ich-fokussiert, aber manchmal spiele ich aus Langeweile auch Filme und Zukunftsvisionen, die etwas größer sind, als mein Leben, auf meiner inneren Leinwand ab.

Diese Reise… warum mache ich die.
Klar, ich erzähle allen, dass ich sie mache um herauszufinden, was ich will und um mal anderes, als Klassenräume von innen zu sehen. Das habe ich ja schließlich die letzten 13 Jahre gemacht.
Aber das ist doch alles nicht die ganze Wahrheit. Es stimmt schon, aber es ist zu wenig.
Ich versinke in Fragen, ich versinke im Meer.
Wenn man Probleme mit sich selbst hat, kann man nicht vor ihnen wegrennen. Nicht physisch.
Fragen. Unsicherheiten.

Will ich frei sein? Oder will ich erfüllt sein?

Will ich abseits vom Weg stehen, ohne Zwänge, ohne Wünsche, ist das Freiheit, oder bin ich dann nur verloren? Will ich mich selbst verlieren? Ich glaube, Freiheit ist unrealistisch. Ich glaube, Erfüllung ist ein besseres Ziel. Mit den eigenen Wünschen zufrieden sein. Glück sogar in ihnen finden, in den Zwängen, die uns umgeben.

Aber genau jetzt. Wie geht es mir?

Ich sitze auf einer Couch von Leuten, bei denen ich drei Nächte geschlafen habe, ich werde noch heute abhauen. Sie sind okay, aber sie haben mich auch belogen und es ist zwar cool hier Internet zu haben, aber ich fühle mich sicherer alleine am Strand, oder alleine in den Bergen.

Ich denke, ich mache mich heute auf den Weg in Richtung Wasserfälle.

Oh Gott, wenn ich doch meinen Kopf überreden könnte einfach in meiner Zeit, an meinem Ort, hier bei mir zu sein und die Klappe zu halten. Wenn er doch einfach im Moment sein könnte. Aber ich denke und frage und kann nicht aufhören, komme nie zur Ruh.

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(sinn-)freiheit

Sinnfreiheit

 

Kreativität ist gefragt im Zopfkopf

doch der Denkapparat

ist ausgefragt

er denkt. Und lenkt die Gehirnströme

in unbekanntere Gefilde

denn auch wenn er hört

„die Wilde Hilde salbt meine Beine“

so assoziiert der Neuronenparkplatz

Grabsteine -in der Sonne glitzernd_

und unglaublich sinnfreie Zellenzeilen


 

ein Gedicht von früher.