unkontrolliert

Ich weiß nicht, worüber ich denke, aber es scheint mich sehr zu beschäftigen.

Meine Lehrerin meinte, wenn es zu viel wird, sollte ich mir Hilfe holen.
Krass, was das für einen Einfluss auf mich hat. Wenn jemand das sagt.

Ich meinte, es ist unkontrollierbar, aber dass das wäre okay. Sie meinte, wenn es irgendwann nicht mehr okay ist, könnte ich mit ihr oder mit einer anderen Lehrerin darüber reden.

Aber ich schaffe es noch nicht einmal drüber zu schreiben.
Und schreiben fällt mir a lot easier than to talk about it.

Es gibt Sachen über die man singen kann, aber nicht reden. Die man malen kann, aber nicht aussprechen.
Wär ich Sängerin, würde ich mich schwer tun mit Aftertalks auf Konzerten und wär ich eine farbliche Künstlerin, dann könnte ich keine Interviews geben.

Interessanterweise bin ich Beides.
Nur nicht berühmt, zum Glück.

Also muss ich mich nicht erklären!

Weißt du, nicht alles muss einen Sinn haben. Nicht alles hat eine Motivation, manche Sachen passieren einfach. Ohne, dass man sie erklären will… oder kann.

Neulich- Sonntag. Nach der Nacht, in der ich nicht geschlafen habe, war ich bei meiner Mutter und sie sagte, es wäre doch toll, wenn ich mit meinem Geschreibsel Geld verdienen könnte. Oft wäre es ja nicht der Inhalt, sondern die Art wie.

Ne. Also ja, klar! -Aber ne.

Geld verdienen mit etwas, was mit der Person zusammenhängt, hat nie nur was mit der Sache an sich zu tun, sondern immer auch mit dem Macher. Und das… ne.

Ich möchte bitte nicht berühmt sein. Ein Großteil der Dinge, die ich mache, bauen auf Anonymität. Ich möchte nicht mein Leben verändern, um Geld zu verdienen.

Also, wenn du Geld mit meinen Texten verdienen möchtest, dann darfst du deinen Namen darunter schreiben und mir das Geld geben. Nur erzähl dann keine Scheiße, wie du dich dabei gefühlt hast, als du das schriebst. So wie in diesem Film Big Eyes.

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Prag 2 *Eisessengehen*

Prag 2

Eis essen. Das war mein heutiges Ziel. Einfach nur Eis essen.
Doch zuerst musste ich aufstehen, was wirklich nicht besonders einfach war, da gestern Nacht nach dem gestrigen Bericht noch nicht vorbei war. Wir flochten Plastikschnüre in die Haare von Mitmenschen (die mehr oder weniger schlafend oder bekifft waren) und lachten über alles und jeden, ohne einem Gramm THC im Blut, also na ja, vermutlich.
Die besagten Mitmenschen schliefen dann auch in unserem Zimmer, weil ihre Mitbewohner längst in der REM Phase ihrer Schlafzyklen waren, folglich Klopfen überhörten, Brüllen mit schnarchten übertönten und im Allgemeinen keinerlei Anstalten machten, die Tür von innen zu öffnen.
Also schlief einer der zwei beiden im Doppelstockbett unter mir, der andere auf dem Fußboden, was mir dann schon etwas leid tat. Ich gab ihm mein Kopfkissen.

Nach einem Frühstück, das hauptsächlich aus Warteschlangen bestand, fand ich mich am Sammelpunkt „unten, vor der Tür“ ein. 20 Minuten später als geplant liefen wir zum Bus, fuhren wir in die Innenstadt, begannen wir unsere Stadtrundführung.
Die war echt schön, denn Prag ist im Grunde genommen alt und das ist meiner Meinung nach sowohl das interessanteste, als auch das bemerkenswerteste Attribut dieser Stadt.
Wusstest du, das die Seidenstraße (in/von/nach) China auch (durch/nach) Prag führte? Deshalb waren immer fremdländische Handwerker und Kaufleute auf den Straßen des Praha von früher unterwegs, und Prag wurde diese niedliche Mischstadt aus ungefähr allem, was Europa an Kultur zu bieten hat.
Wir kamen unter anderem an einer Mauer vorbei, an der jeder fanatische Touri sich verewigen konnte. Wir unterschrieben fast alle. Ich ließ auch den Namen „Sonneplus“ da. Dieses ..Wort.. ist mir inzwischen wichtiger geworden, als anfänglich geplant.
Unsere Erzählerin erklärte mir am Schluss unseres Rundganges auch, wo ich einen Geldautomaten finden konnte, das war wichtig um mein Ziel des Tages zu erreichen. Geld.
Mehrmals versuchte ich den Automaten dazu zu überreden, mir ein paar Scheine auszuspucken, das funktionierte allerdings nicht. Er gab mir gar nichts. Keine einzige lausige Krone druckte er mir. Die Automaten hatten sich gegen mich verschworen.

Nein, eigentlich nicht. Ich war nur zu blöd.
Also tauschte ich meine letzten Euronen in Kronen und kaufte mir genervt eins von diesen Eisdingern, die mit Teig ummantelt sind. War gut. Die anderen waren dann irgendwo und ich genoss mein „alleinsein“. Immer mit Menschen unterwegs zu sein und Sachen zu machen und ständig zu kommunizieren ist absolut nicht mein Ding, das kann ich 24/5 einfach nicht. Also ja, ich war glücklich über die unglückliche Trennung von Mir und Den Anderen.

Nachdem ich mich komplett mit Eis und Teigzeug vollgeschmiert hatte und der Trompeten- (Klarinetten? Saxophon?) -Spieler sein Instrument eingepackt hatte fuhr ich „nach Hause“ und dort war auch noch niemand, an sich sehr angenehm.
Ich kaufte in der Lobby ein Paper blank, weil es so spottbillig war, im Vergleich zu allen, die ich in Berlin gekauft hatte und, weil ich immer mal wieder meine Bücher vollgeschreibe. Weise Voraussicht und Sparsucht, trieben mich zum Konsum.

Abends fuhr die Gruppe dann auf einen Berg, mit einer „Seilbahn“ die im Grunde genommen so aussah, wie ein Bus, der etwas schräg an den Berg rangebaut wurde und jetzt immer hochgezogen und heruntergelassen wird. Vorher kauften wir Zeug ein, zum Picknicken. Ich versuchte möglichst wenig Geld auszugeben, aus Gründen der Unfähigkeit welches abzuheben. Ich lieh mir Kopfhörer und war wieder in meiner Musik allein, ich glaub ich hab eine Art overload an Menschenkontakten in letzter Zeit.
Das Picknick war schön, aber der Rückweg war schöner.( Ich bin einen Abhang Runtergerollt). Danach war mir schwindelig und ich hab jetzt ein paar Schrammen, aber das wars wert.

Geld von Fremden

Was würdest du tun, wenn eine fremde, alte Frau dir zwei Euro in die Hand drückt, die sie aus einem riesigen Ehemals-Einmachglas gräbt?

Ich bin quasie-Postbotin. Quasie-Unterbezahlt und deshalb teilzeitfrustriert. Aber ich empfinde es als meine Aufgabe nicht nur die verschiedenen Zettel, Briefe und Magazine von mir zu Personen zu tragen, denen sie eigentlich gehören, sondern auch ein Quäntchen Freundlichkeit.Weiterlesen »