Die Tauben von Berlin

warten.früh.morgens
warten.mitte.nachmittags

hab keine Whatsappgruppen zu checken
.keine mails zu lesen.
keine Fingernägel abzukauen
.keine Schuhe zu bestarren.
Ich hab keinen Fehrnseher zu beglotzen
Ich hab keine Werbetafeln anzurotzen
.ich hab keine Menschen anzuschmachten.

Ick hab quasie nix zu tun.

Und desshalb schalte ich das beste Programm ein, dass im Bahnhofs-TV läuft.
Tauben –
tag und nacht.
Flatternd-flüchtig,
neugierig-hüpfend
schreckerfüllt-zurückzuckend
So nehmen sie die Aufgabe der Vertreibung der Langeweile aus den Gedanken der unkreativen, unsozialen Bevölkerungsschicht auf sich.

Und weil ich diese, eine, beste Unterhaltung schon seit Jahren genieße, hatte ich kein Problem damit, als sich ein Pärchen dieser beflügelten Dreckmacher auf meinem Balkon eingenistet hat.
Ja, sie stehen früh auf und sind den lieben langen Tag am kreischen und flattern, um ihren Nachkommen ein nettes Zuhause zu bereiten. Aber sie fliehen doch auch nur vor Stacheldraht auf Sitzstangen und Stahldachstreben.
Also warum ihnen nicht eine Brutstelle geben?

Auf die Zukünftigen Berliner Stadtvögel, die Dreck und Lachen und alte Taubenvergifter glücklich machen.

AG-Stadttauben-Steele
Foto: Tauben aus Essen. Von „derwesten.de“