Klippenhängerin

Ich häng‘ grad an dieser Klippe.
Und weiß, dass ich diese Haltung (an den Fingern über einem Abgrund baumelnd) nicht mehr lange durchhalten werde.
Ich könnte versuchen, den Rucksack fallen zu lasseen, aber dazu müsste ich zuerst eine Hand loslassen, und das ist vermutlich keine so gute Idee.

Wenn ich jetzt versuche mich hochzuziehen, würde ich abrutschen. Naja, das Adrenalin würde schon ein bisschen helfen, krafttechnisch. Aber Fakt ist, ich war noch nie gut in  Klimmzügen. Außerdem sind meine Hände schwitzig. Und, wenn ich oben bin, ist da immer noch dieses… Tier.Weiterlesen »

Straßenmann Kapitel 1 •Magret•

Ein schmaler Lichtstrahl schleicht sich durch die Wellblechplatte, die zum Dach umfunktioniert wurde. Die Wellblechpappenplatte ist nicht das einzige an diesem Haus, das nicht besonders geeignet für den Hausbau scheint. Glasplatten reihen sich an stümperhaft zusammengenagelte Bretter, Dreck und Abfall sind in Ritzen gestopft um Regen abzuhalten. Das ganze wird mit Klebeband, Schnur und Wasauchimmergeradedawar zusammengehalten. Eigentlich ist es gar kein richtiges Haus. Es ist eher eine art Unterstand, keine Bude, kein Verschlag. Im Grunde nur ein Platz, den irgendjemand versucht hat trocken zu halten. Alles in allem ist dieser Schrotthaufen nichts in dem man sich vorstellen könnte, einen Menschen zu finden, der diesen Ort als sein Heim betrachtet. Doch genau das ist natürlich der Fall. Am Ende einer langen dunklen Gasse, in einer großen Britischen Stadt sitzt eine kleine verhutzelte Seele in einem alten Ohrensessel. Bei nährerem hinsehen erkennt man, dass sie wohl als Mädchen geboren wurde, doch jetzt macht es kein Unterschied mehr, ob sie mal Frau oder Mann war, sie hat die Eigenschaften des Staubes und der Stadt angenommen. Sie blinzelt in den grauen Morgen, und freut sich ein wenig über das bisschen Licht, dass durch ihren Regen-, Sonne-, oder Hitzeschutz-haufen dringt und ihren geliebten Sessel bescheint.Weiterlesen »