Egalität

Schule war mir immer wichtig. Ich hab immer gelernt, für Arbeiten und hab meine Hausaufgaben gemacht. Ich war gut, und die Lehrer mochten mich. Mögen sie immernoch.

Aber ich lerne nicht mehr gezielt. Es ist alles irrelevant.. .

Oder sagen wir, alles ist … leiser. Gedämpft irgendwie. Meine Emotionen sind nicht mehr stark. Es fällt mir schwer sie auseinanderzuhalten. Ich spüre keine Aufregung mehr wenn ich allein im dunkeln im Park rumlaufe, oder wenn ich Leuten in der Bahn in die Augen gucke und sie zurückgucken. Gute Songs lösen nicht mehr diese Wellen aus, diese Gefühlswellen. Wenn ich nicht für Klausuren lerne habe ich kein schlechtes Gewissen.  Vorhin hab ich es trotzdem anderthalb Stunden lang versucht. Wirklich versucht mich darauf zu konzentrieren. Es ging nicht. Irgendwas in mir hat sich gesträubt.

Schmerz ist… kurzweiliger. Alles löst sich von der Ewigkeit, ich merke, dass nichts für immer anhält. Die Absolute sind weg.

Und Sachen, die mir früher wichtig waren sind jetzt Scheißegal. Schule ist mir egal. Obwohl ich so kurz vorm Abi bin. Mein Körper ist mir nicht so wichtig, ich achte nicht auf ihn.

Mir ist wieder schlecht.
Aber es ist mir egal.

Mir ist viel langweilig. Ich gucke Geschichten im Internet, unwichtige Videos und höre Herzlose Musik. Dadurch, dass ich mich nicht mehr so an die Schule kralle, oder mich von ihr krallen lasse, langweilt auch sie mich.

Alles verliert seinen Reiz.

Hm. Is egal. Auch Sonneplus und schreiben, eigentlich nicht wichtig für mich.

Ich weiß, dass das ungesund ist, aber es beunruhigt mich nicht.

Manchmal habe ich noch Angst, diese verrückte verrückte Angst. So deplaziert und plötzlich und irrational.

Aber alles außer Angst und Wut ist-

wie in Watte.

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für-mich-SCHÖN

Es gibt.

Töne, die aus Bildern gemacht sind. Worte, die meinen Bauch verkrampfen. Orte, die frei sind, ohne groß zu sein.
Es gibt Unkraut, das es zu pflegen wert ist.
Bücher, die aus Sonne, Wind und Meer bestehen. Stoffe, lassen mich durch die Zeit sehen, weil sie immer noch vor Jahren um meinen Kopf wehen. Es gibt Bäume, die unversehrt und unbeschwert sind und doch eine tiefgeschnitzte Botschaft tragen. Es gibt eingezäunte Liebesorte. Es gibt ein Geräusch voller Schläfrigkeit. Menschen, voller Narben und welche voller Leben. Und Menschen voller Liebe und welche voller Sprudelwasser.

Für mich.

Für mich gibt es ein Lied, dass ist wie die fünfte Klasse. Gibt es einen Satz, der mich erbrechen lässt. Für mich gibt es eine Kammer voller Wunder.
Es gibt Knoblauchdünger. Für mich gibt es Urlaubsbücher. Gibt es Drachenflügeltücher. Für mich gibt es Gitterstäbe um Schmetterlingsflattern. Für mich gibt es Schlaflied-auto-rattern. Für mich gibt es Leidensgenossen und Lebensgefährten und Liebesopfer und Kreativitätsschöpfer.

Aber all diese Dinge, die mir so viel sind, die sind dir so anders. Sie sind anderswertig. Weniger, minderwichtig.
Was fängst du mit einer zerdrückten Bierdose an? Ich lache, und erinnere mich. An einen Zauberer, den ich liebte.
Eine Bierdose ist schön für mich. Ganz besonders, wenn sie eingedellt ist.

 

~*Plus