Einhundert + Tagebuchschreiben

Beiträge.

Hundert davon hab ich publiziert. Viele mehr geschrieben. Einige liegen so weit zurück, dass es seltsam wäre sie jetzt noch zu veröffentlichen. Sie liegen in der Vergangenheit und müssen da bleiben, weil sie es nicht in die Chronologie geschafft haben.
Es ist wichtig, die Worte zeitnäher aufzuschreiben und zeitnah loszulassen.

Das habe ich gelernt.

Wenn ich die ersten lese, fallen mir unter den ganzen Schreibfehlern noch die Facetten eines anderen Ichs auf. Ich bin der Meinung, dass ich mich seit Jahren nicht geändert habe, ziehe ich jedoch die Worte von früher zur Rate, so fällt mir auf, dass ich die große Schwester für dieses Mädl sein muss. Dass sie wohl an mich geschrieben hat.

Und das lässt sich auch von diesem Blog abkoppeln. In meinem Tagebuch, dass ich mit elf geschrieben habe, werde ich von mir angeschrien, dass ich ihr gefälligst helfen soll, dass sie hofft, dass ich nie wieder verliebt bin- und ich kann von meiner Position aus nur schmunzeln. Und wenn ich dreißig würde, würde sie über mich schmunzeln.

Ha! Das nanntest du Liebe?
Das waren deine Probleme? PFF!
So beschränkt warst du?

Ich hoffe, Punkt drei ändert sich nie.
Und ich hoffe, dass zwei irgendwann verschwindet.

~*Plus

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Chemiehefter-Philosophie

Ich frage mich wie die Zukunft wird, kann aber gleichzeitig nur aus Sicht der Vergangenheit spekulieren.
Und eigentlich habe ich nur das JETZT um herauszufinden, was und wie beides war und sein wird.
Ich bin ein Schieberegler am Mischpult des Zeit DJs.
Wenn er meint, ich sollte lauter werden, mehr Einfluss haben, so gibt er mir mehr Leben. Ich pulsiere lauter in der Melodie der Zeit. Ob ich will, spielt keine Rolle.
Die Vergangenheit verklährt, von Vorstellungen und Erwartungen an die Zukunft, trüb geworden durch den Gedanken, dass ich schon immer das wollte, was ich jetzt will und milchig anzusehen wie durch einen Schleier aus Gefühlen aus dem JETZT. Weiterlesen »

Zwischenzeit

Zwischenzeit
Zwischen Zeitpunkten
sitz ich allein am Rand des periphäen Bewusstseins
Ich sitze hier und warte
darauf dass die Zeit vergeht.

Ich warte auf die Bahn.
Ich warte auf den Wind.
Ich warte auf den Spaß.
Ich warte auf den nächsten
Zeitpunkt.

Und in der Zwischenzeit?
In der Zwischenzeit sehe ich die Welt am Rand des Seins
vorbeiziehen.
In der Zeit zwischen der Zeit, was tu ich?
Zwischen den Punkten geh ich punkten.
Ich mach mir Freunde
und Welten in meinem Kopf. sortiere, archiviere, verwüste sie wieder.
Ich schrei in die Welt, dass mir langweilig ist.
Frag jeden, den ich kenne, wo er grad ist.
Ich käpfe verbittert darum, mehr Zeitpunkte zu aquirieren
und die wertlose Zeit in der nichts passiert zu minimieren!
Zwischenzeitlich versinke ich in Geschichten, die nicht meiner eigenen Endsprechen, die mir gefallen und vom Licht ins dunkel bringen berichten.
Ich warte auf den passenden Augenblick, auf das richtige Jetzt, auf den Augen-Blick.

Doch er kommt nicht.
sicher, ich hab nen Knick in der Optik, denn jetzt müsste es doch mal so langsam losgehen mit dem Spass. Und all den auf deiner Timeline aufgereihten Zeitpunkten.
Doch all die Versprechen sind im Eifer des Zeitgefächts vergessen und ich bemerke nicht, wie mir seitlich der Sinn wegrutscht, und er für immer verloren geht.

Was mache ich in der Zwischenzeit?
Ich muss sie nutzen.
muss sie ausfüllen
ich muss leben
weil meine Zeit knapp wird!
und weil ich Angst habe unterzugehen.

Jetzt ist der Ball ins Rollen gekommen und ich bleibe erstmal nicht mehr stehen.

Meine Zeitpunkte verkrümmen sich, doch die langersehnte Erlösung aus der Langeweile der Zwischenzeit kommt einfach nicht. Letztendlich ist sie vorbeigegangen. Die Zwischenzeit. Der Zeitpunkt hat punktuell mein Hirn angeregt, mich wach gemacht und nun ist er vorrüber. Meine Denkmaschine schaltet wieder in den Schlummermodus.

 

Eine Neue Zwischenzeit, steht zur Belustigung bereit. Sie hat sich neu eingenistet. Ist sie es wert vertrieben zu werden? Für kurze Augenblicke der parziellen Heldenhaftigkeit? Für kurzbemessene Zeitabschnitte voller einsamer Zweisamkeit.

Allein zwischen den Zwischenzeiten liegen zwei Zeitpunkte. Ineinander verschlungen und am Ende verschlungen vom Zwischenzeitmonster. Daraus entsteht ein knallendes Blitzgewitter, das man auch Leben nennt.