Ein Tag. Sprachlos.

Heute mal ohne Stimme.

Ich sprach heute nicht. Kein Wort. Und das, obwohl ich so viel sagen könnte. und wollte.

Ach Gott, wie niedlich diese Kuh ist.

Diese Aussicht ist awesome.

Die Blume DUFTET.

Das schmeckt gut.

Gesundheit!

Heute ließ ich diese Phrasen einfach mal weg und ließ mich überraschen, was passieren würde.

Erkenntnisse, die ich über den Tag gewonnen habe:

1. Wenn man einen Gedanken nicht sofort ausspricht, bleibt er länger im Kopf und festig    sich. Man vergisst nicht so schnell.

2. Wenn man nicht spricht, muss man viel mehr Sachen selber machen, weil man nicht erklären kann, wo irgendwas ist. Man muss es zeigen oder holen. Oder vormachen.

3. Ich dachte es wird schwer für mich, aber es ist viel schwerer für die Menschen, mit denen ich zu tun habe.
4. Die haben nämlich Angst davor mit mir zu reden.
5. Sie sprechen so wenig wie möglich mit mir. Sie finden es komisch, dass ich nicht mit Worten antworte, sondern nur meinen Körper zum Reden habe. So ganz ohne Stimme…
6. Wenn sie mit mir reden, stellen sie ja/nein, gut/schlecht oder Zahlenfragen.

Der Tag ist nun fast rum und von allen Menschen, mit denen ich heute Kontakt hatte fand mein Vater meine Sprachlosigkeit wohl am schlimmsten. Er sah mich möglichst wenig an und vermied es wirklich mit mir zu reden. Mal abgesehen davon verstand er mich auch am schlechtesten.
Im Gegensatz dazu funktionierte die Kommunikation mit meiner Schwester fast reibungslos.
..Wir reden auch an normalen Tagen oft nur mit Augen oder Stichwörtern.

Es war vielleicht zu wenig Zeit. Ich überlege es öfter zu machen, vielleicht ein Tag am Wochenende. Es ist unverständlich befreiend, wenn akzeptiert wird, dass man nicht spricht. Dann muss man nicht. Man darf auch nicht. Man ist nicht dazu verdammt zu allem eine Meinung zu entwickeln. Wenn man sich mitteilen möchte, fast man sich kurz. Mit Stift auf Papier.
Ich habe erkannt, was ich wirklich gerne gesagt hätte, was wirklich wichtig gewesen wäre auszusprechen.
Ich habe gefühlt, wenn ich fast mit etwas herausplatze. Selbstverständlichkeiten. Hatschi!! …
Auf der anderen Seite habe ich gemerkt wie viel SCHEISS ich sonst so von mir gebe! Ich laber und quatsche und lüge. Letzteres sehr gerne zu humoristischen Zwecken.
Aber eine Lüge ist eine Lüge, egal warum sie entsteht.

Ja wirklich, einmal alle sieben Tage die Klappe halten ist glaube ich keine schlechte Idee.
Das mach ich.

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5 Gedanken zu “Ein Tag. Sprachlos.

    • das kommt vielleicht daher, dass man immer redet, immer antwortet, immer irgendwie auf alles reagieren muss. weil es erwartet wird.
      wenn man das einfach mal sein lässt- lernt man, was man wirklich gerne gesagt hätte. was wichtig ist.

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