Größer werden

Oft ist es so: Wenn man klein ist, beginnt man über alles nach zu denken. Dann wird man größer und größer, und die Themen wachsen mit einem. Anhand seiner Gedanken, und ihrer Ausmaße versucht man herauszufinden, wann man erwachsen ist. Aber man weiß selbst natürlich nicht, wie weit es nach oben geht. Wenn man austestet was die Wahrheit ist, und wie das Leben mit einem selbst zusammenhängt, oder wenn man versucht zu verstehen, dass manche der Sterne am Himmel längst erloschen sind dann ist das überwältigend. Es gibt so vieles, was man sich selbst Fragen kann. Warum bin ich wichtig, was will ich mit meinem Leben, will ich leben? Warum bin ich wer ich bin, und bin nicht geblieben, wer ich war? Und natürlich: warum denke ich über sowas nach, sind das Selbstmordgedanken? Bin ich anders – krank? Man beginnt zu denken.Und das manchmal viel zu schnell, alles überkommt einen und man will nichts mehr. Man hat Angst, vor dem selbst. Es ist genug. Nur noch weg, allein sein. Nichts hören. alles zu viel. Kontrolle. Atmen. Ruhe.

Die Suche nach Erklährungen. Nach Antworten. Dadurch zeichnet sich das größer werden aus. Auch wenn man sehr, sehr alt ist denkt man immernoch. So lange bis man stirbt.

Ich weiß nicht was passiert, wenn man stirbt. Und ich weiß nicht, wie es ist, wirklich wirklich alt zu sein. Aber ich weiß wie es ist, anzufangen zu denken So mit elf Jahren ungefähr, das weiß ich. Es ist unerwartet und sehr gefährlich, überwältigend, manchmal Augenöffnend und schön. Und nein, dashier ist keine nette Umschreibung für die Pubertät. Ich glaube nicht an Pubertät, und außerdem mag ich das Wort nicht. In dem Zeitraum, in dem Eltern jedes bisschen Widerstand und Veränderung, Stimmungsschwankungen und alles was nicht „normal“ an ihrem jungen menschlichen Spielzeug  ist auf die Pubertät schieben, fangen die kleinen an, ihren Kopf zu benutzen. Größer zu denken. Alles zu erfassen, mit nur einem Augenblick.
Wärst du gut zu sprechen, wenn dir gerade klar geworden ist, dass du absolut unwichtig für den nicht vorhandenen Plan der Welt bist? Ich glaube du wärst ungefähr so glücklich, wie damals, als der Vogel gestorben ist, oder der Hamster nur noch kalt und schwer in deiner Hand lag. Also so ungefähr überhauptnicht.
Oder aber, dir wird klar, dass du nichts kaputt machen kannst, weil es nichts gibt, dass genau –so für immer bleiben wird, weil es keinen Plan und keine Vorbestimmung gibt. Dann ist es so, als würdest dieses verlassene, in sich gekehrte Haus nochmal finden, eingestürtzt,  nur sich selbst verpflichtet und verfallen, mit Wänden voller Graphiti und abgerissenen Vorhängen, in einem sehr großen Wald. Voller grünem Rauschen.
Es währe voller Frieden und voll von neuen Dingen, die es zu finden gilt.

 

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